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Basilikata: Die Region, die sich vor ihren Besuchern versteckt

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Ich blicke auf die Sassi di Matera, helles Licht auf den Höhlenwohnungen Basilikata: Die Region, die sich vor ihren Besuchern versteckt Ich reise seit Jahren immer wieder nach Süditalien – genauer gesagt nach Montescaglioso, einer Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern unweit von Matera in der Basilikata. Die Region liegt mir nicht zufällig am Herzen: Hier liegen die Wurzeln meiner väterlichen Familie, hier hat meine Tante Lina bis heute ihre Orecchiette von Hand geformt. Für viele Reisende endet Italien irgendwo in der Toskana, in Florenz oder an der Amalfiküste bei Neapel . Auch Sizilien und Sardinien sind längst auf jeder Italien-Bucketlist zu finden. Ein Basilikata Urlaub hingegen bleibt auf der touristischen Landkarte erstaunlich blass. Dabei hat diese Region fast alles, was man sich von einem Italien-Urlaub erhofft – nur eines nicht: einen einfachen Weg dorthin. Inhaltsverzeichnis Landschaft und Klima der Basilikata Matera und die Sassi: mehr als eine Kulisse Cast...

Fliegen über der Basilikata: Gleitschirm, Zipline und die Suche nach dem Segelflug

Fliegen über der Basilikata: Zwischen Himmel und Felsen

Die Basilikata ist bekannt für ihre bizarren Felsformationen und die Sassi di Matera. Aber wie sieht es eigentlich mit der Fliegerei aus? Ich betreibe ja nicht nur Matera.info, sondern auch Segelfliegen.pro, und da kam mir die Frage: Kann man in dieser Region überhaupt ordentlich abheben? Die Landschaft gibt einiges her.

Die kurze Antwort: Ja, aber nicht unbedingt so, wie man es von klassischen Segelflugplätzen kennt. Dafür gibt es in der Basilikata gleich drei ganz unterschiedliche Wege, dem Boden für ein paar Minuten den Rücken zu kehren – und 2026 kommt noch ein vierter dazu.




Gleitschirmfliegen: Die Königsdisziplin an der Küste

Während ich auf der Suche nach einer Segelflug-Infrastruktur war, bin ich schnell auf eine andere, viel aktivere Flugsportart gestoßen: das Gleitschirmfliegen. Die Basilikata, insbesondere die Gegend um Maratea, ist dafür sehr gut geeignet. Das liegt am Zusammenspiel von Bergen und Meer, das gute Thermik- und Hangwindbedingungen schafft.

Es gibt dort mehrere Anbieter, die Tandemflüge anbieten. Das ist ideal für Neulinge, aber auch für erfahrene Piloten, die die Gegend aus der Luft kennenlernen wollen. Beim Tandemflug übernimmt ein lizenzierter Pilot die komplette Steuerung, du sitzt vorn und genießt nur die Aussicht – eine Vorerfahrung oder ein Flugschein ist nicht nötig. Die genauen Altersgrenzen und Mindestgewichte unterscheiden sich allerdings je nach Anbieter: Manche verlangen ein Mindestalter von 16 Jahren, andere nehmen auch jüngere Kinder mit Einverständnis der Eltern mit. Am besten fragst du das bei der Buchung direkt beim jeweiligen Veranstalter nach.

Die Hotspots für Gleitschirmflieger

Monte San Biagio bei Maratea: Hier startet man direkt neben der imposanten Christus-Statue (Cristo Redentore) auf rund 620 Metern Höhe – ein ungewöhnlicher Anblick, wenn man über die bekannte Sehenswürdigkeit hinwegfliegt. Dieser Startplatz ist meist von Oktober bis Mai in Betrieb, da im Sommer oft der Westwind von der Küste stört. Die Landung erfolgt am schwarzen Sandstrand von Maratea.

Acquafredda: Der Startplatz oberhalb von Acquafredda ermöglicht Flüge mit Blick auf den Golf von Policastro, den Cristo Redentore und die tiefblauen Buchten der Küste. Gelandet wird meist am Strand von Acquafredda, einem der Orte, die 2025 mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurden. Dieser Startplatz eignet sich vor allem im Sommerhalbjahr, wenn der Wind vom Meer kommt.

Die Flüge sind meist als Komplettpaket mit etwa 15–30 Minuten reiner Flugzeit buchbar, inklusive Einweisung und Transport zum Startplatz. Das ist perfekt, um einen ersten Eindruck zu bekommen oder einfach einen unvergesslichen Urlaubsmoment zu erleben.

Was kostet ein Tandemflug in Maratea?

Die Preise für einen Tandem-Gleitschirmflug in Maratea liegen meist zwischen 90 und 140 Euro pro Person, im Durchschnitt bei etwa 120 Euro. Der Preis hängt vor allem von der Flugdauer ab: Kürzere Flüge von rund 15–20 Minuten sind am günstigsten, längere Flüge von 30 Minuten oder Kombi-Pakete mit Ausritt oder Bootsausflug kosten entsprechend mehr. Bei fast allen Anbietern ist der Transport zum Startplatz im Preis inbegriffen, und bei schlechtem Wetter kannst du meist kostenlos umbuchen oder stornieren.

Volo dell'Angelo: Adrenalin mit Stahlseil

Wenn dir das sanfte Gleiten im Schirm nicht reicht oder du es ohne Flugschein erleben willst, gibt es in der Region eine echte Attraktion: den Volo dell'Angelo.

Das ist eine große, touristische Zipline zwischen den beiden Bergdörfern Pietrapertosa und Castelmezzano in den Lucanischen Dolomiten. Ein Stahlseil von über 1,4 Kilometern Länge verbindet die Gipfel auf der Strecke "Peschiere" – gestartet wird in Castelmezzano auf 1.019 Metern, gelandet in Pietrapertosa auf 888 Metern. Man rast mit bis zu 120 km/h über 300 Metern Höhe von einem Dorf zum anderen.

Praktisch für die Planung: Ein Ticket umfasst immer beide Richtungen (Hin- und Rückflug auf den zwei unterschiedlichen Linien) sowie einen Shuttle-Service zwischen den Dörfern. Aktuell kostet der Einzelflug 46 Euro, der Doppelflug für zwei Personen 79 Euro. An Werktagen im Juli und September gibt es reduzierte Preise (35 bzw. 65 Euro). Mitfliegen kann, wer mindestens 135 cm groß ist und zwischen 35 und 120 kg wiegt; Minderjährige benötigen eine erwachsene Begleitung. Geöffnet ist die Anlage 2026 saisonal von Mai bis in den Dezember hinein, an den meisten Wochenenden und in der Hochsaison (Juli/August) täglich außer mittwochs. Im Mai richten sich viele Öffnungstage zusätzlich nach dem ornithologischen Monitoring des Regionalparks Gallipoli Cognato, da in dieser Zeit Greifvögel brüten – wer plant, sollte den aktuellen Kalender auf der offiziellen Volo-dell'Angelo-Seite prüfen.

Das ist purer Nervenkitzel und eine tolle Alternative, um die Region aus der Vogelperspektive zu sehen. Wer schon in Castelmezzano ist, kann direkt danach auch die neue Sommerrodelbahn (Slittovia) von Castelmezzano ausprobieren – eine weitere rasante Ergänzung im Ort. Alternativ lässt sich der Volo dell'Angelo gut mit einer Wanderung durch die Lucanischen Dolomiten zwischen den beiden Dörfern kombinieren.

Volo di Icaro: Die höchste Schaukel Europas in Baragiano

Für Familien oder alle, die es etwas ruhiger angehen lassen wollen, entsteht im Bergdorf Baragiano im Marmo-Platano-Tal eine neue Attraktion: der Volo di Icaro ("Flug des Ikarus"). Die Schaukel ist über 20 Meter hoch und schwingt am höchsten Punkt über eine rund 120 Meter tiefe Schlucht, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h. Sie steht auf der Aussichtsterrasse von Baragiano mit Blick über das Tal und ist Teil eines größeren Angebots rund um den "Archeoparco del Basileus" im historischen Ortskern.

Die Eröffnung war für das Frühjahr beziehungsweise den Frühsommer 2026 angekündigt. Wenn du im Sommer oder Herbst 2026 in der Gegend unterwegs bist, lohnt sich vorab ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten, da es sich um eine ganz neue Anlage handelt. Übrigens: Auch im Nachbarort Vietri di Potenza ist eine ähnliche Riesenschaukel geplant – die Region rund um den Marmo Platano positioniert sich damit gezielt als neues Ziel für Adrenalin-Attraktionen abseits der Küste.

Eine gute Ergänzung zu den beiden Adrenalin-Klassikern weiter östlich – und ein weiterer Grund, dem Landesinneren der Basilikata jenseits von Matera und Maratea einen Besuch abzustatten.

Wie sieht es mit dem echten Segelfliegen aus?

Hier wird es dünner. Einen klassischen Segelflugplatz mit Windenstart oder Schleppflugzeug habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Die Flug-Infrastruktur der Basilikata konzentriert sich eher auf kleinere Aviosuperfici wie die "Pista Mattei" in Pisticci. Diese hat eine 1.400 Meter lange Asphaltpiste und wird aktuell für Motorflug, Hubschrauber und möglicherweise sogar Drohnen-Entwicklung ausgebaut. Eine Schule für Motorflug ist geplant, reine Segelfliegerei scheint hier aber kein großes Thema zu sein.

Anreise: Wie du am besten in die Basilikata kommst

Die Basilikata hat selbst keinen eigenen Verkehrsflughafen – warum das so ist, erkläre ich in einem eigenen Artikel. Der Weg führt deshalb praktisch immer über Bari. Ich fliege für meine Basilikata-Reisen selbst meistens von Karlsruhe/Baden-Baden oder Stuttgart nach Bari und nehme von dort entweder einen Mietwagen oder einen der modernen, sehr günstigen Fernbusse weiter – ich bin auf diesen Touren ständig zwischen Küste und Bergdörfern unterwegs. Für die Flug- und Zipline-Spots in diesem Artikel würde ich klar zum Mietwagen raten: Maratea, Castelmezzano/Pietrapertosa und Baragiano liegen jeweils an unterschiedlichen Enden der Region und sind mit dem Bus nur mühsam an einem Tag zu verbinden.

Beste Reisezeit für Flug-Erlebnisse in der Basilikata

Wenn du mehrere dieser Erlebnisse auf einer Reise verbinden willst, lohnt sich die Zeit zwischen Mai und Ende September: Dann sind sowohl der Volo dell'Angelo als auch die meisten Gleitschirm-Anbieter in Maratea in Betrieb, und die Wanderwege in den Lucanischen Dolomiten sind schneefrei. Küste und Bergdörfer liegen mit dem Auto etwa anderthalb bis zwei Stunden auseinander, sodass sich ein Tag an der Küste (Gleitschirm oder Strand bei Maratea) gut mit einem Tag in den Bergdörfern (Volo dell'Angelo, Wandern, künftig auch der Volo di Icaro) zu einem kompakten Basilikata-Roadtrip kombinieren lässt – ideal auch als Ergänzung zu meinem ausführlichen Matera-Reisebericht im Osten der Region.

Fazit: Perfekt für den Soft-Flug

Die Basilikata ist kein Hotspot für klassischen Segelflug, aber ein sehr lohnendes Ziel für Gleitschirmflieger und alle, die etwas Nervenkitzel suchen. Die Kombination aus Küste, Bergen und mehreren spezialisierten Anbietern macht die Region attraktiv, und mit dem Volo di Icaro in Baragiano kommt 2026 eine weitere Attraktion im Landesinneren dazu. Wenn du den Traum vom Fliegen hast, pack lieber den Gleitschirm ein oder buche einen Tandemflug über Maratea – die Aussicht auf die Sassi und das Meer ist es wert.


Mehr zum Thema Fliegen findest du auf Segelfliegen.pro, mehr zu Italien allgemein auf Italien.pro.

Häufige Fragen zum Fliegen in der Basilikata

Kann man in der Basilikata Gleitschirmfliegen?
Ja, vor allem rund um Maratea an der Tyrrhenischen Küste. Die bekanntesten Startplätze sind Monte San Biagio direkt bei der Christus-Statue (meist Oktober bis Mai) und der Startplatz oberhalb von Acquafredda (meist im Sommerhalbjahr).

Was kostet ein Tandem-Gleitschirmflug in Maratea?
Die Preise liegen meist zwischen 90 und 140 Euro pro Person, im Schnitt rund 120 Euro, abhängig von Flugdauer und Anbieter. Transport zum Startplatz ist in der Regel inklusive.

Braucht man für einen Tandemflug Erfahrung?
Nein. Beim Tandemflug übernimmt ein lizenzierter Pilot die Steuerung, du sitzt vorn und genießt die Aussicht. Altersgrenzen und Mindestgewicht unterscheiden sich je nach Anbieter, deshalb lohnt sich eine Nachfrage bei der Buchung.

Was kostet der Volo dell'Angelo?
Ein Einzelticket kostet 46 Euro, ein Doppelticket für zwei Personen 79 Euro. An Werktagen im Juli und September gibt es reduzierte Preise. Enthalten sind jeweils Hin- und Rückflug auf den zwei Linien sowie der Shuttle zwischen Castelmezzano und Pietrapertosa.

Was ist der Volo di Icaro in Baragiano?
Eine neue, über 20 Meter hohe Riesenschaukel auf der Aussichtsterrasse von Baragiano, die über eine rund 120 Meter tiefe Schlucht schwingt. Die Eröffnung wurde für das Frühjahr/Frühsommer 2026 angekündigt.

Gibt es in der Basilikata Segelflugplätze?
Einen klassischen Segelflugplatz mit Winden- oder Schleppstart gibt es aktuell nicht. Die vorhandene Infrastruktur wie die Pista Mattei in Pisticci ist auf Motorflug und Hubschrauber ausgerichtet.


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