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Empfohlener Beitrag Matera.info

Matera im Mittelalter – Stadtlandschaft, Machtstrukturen und das alltägliche Leben

  Matera im Mittelalter – Stadtlandschaft, Machtstrukturen und das alltägliche Leben Matera wirkt heute manchmal wie ein Ort, der zufällig in der Zeit stehen geblieben ist. Genau dieser Eindruck führt direkt ins Mittelalter, denn viele Strukturen der Altstadt – besonders in den Sassi – wurzeln in jener Epoche. Die verzweigten Höhlenhäuser, die teilweise übereinander gestapelt wirken, waren keine romantische Kulisse, sondern überlebenswichtige Architektur. Praktisch, zweckmäßig, oft hart. Und dennoch erstaunlich raffiniert. Stadtstruktur: Ein Gewirr, das Sinn ergab Die mittelalterliche Stadtstruktur Materas bestand aus engen Gassen, natürlichen Terrassen und Felskammern. Vieles entstand nicht durch planerische Meisterleistung, sondern durch Anpassung. Man baute, wo Fels war – und wo Wasser erreichbar blieb. Die Bewohner nutzten ausgeklügelte Zisternensysteme, die Regenwasser sammelten und verteilen konnten. Keine Luxuslösung, eher ein System, das Notwendigkeit in Technik verwan...

Cartellate – Weihnachtsgebäck aus Basilikata und Apulien mit Geschichte und Geschmack

  Cartellate – Weihnachtsgebäck aus Basilikata und Apulien mit Geschichte und Geschmack Cartellate. Allein der Name klingt schon ein bisschen nach Festtagstisch, nach Tradition und nach Dingen, die Zeit brauchen. Wer Weihnachten im süden verbringt, wird an diesen spiralförmigen, frittierten Teigkringeln nicht vorbeikommen. Sie gehören dort zum Dezember wie Panettone in Mailand oder Vanillekipferl in Wien. Meine Tante Lina aus Montescaglioso macht die besten. Herkunft und Bedeutung Die Cartellata (Einzahl) ist ein Gebäck aus Süditalien, genauer gesagt aus Basilikata und Apulien, manchmal auch in angrenzenden Regionen wie Kalabrien anzutreffen. Der Ursprung lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Manche Historiker verweisen auf Darstellungen von Kringelgebäck in byzantinischen Mosaiken. Andere vermuten einen arabischen Einfluss, weil die Kombination von frittiertem Teig und süßem Sirup in vielen orientalischen Küchen verbreitet ist. Ich habe die ersten Cartellate in Matera g...

Potenza (Basilikata) – Reisetipps, Sehenswürdigkeiten und persönliche Eindrücke

Potenza (Basilikata) – Reisetipps, Sehenswürdigkeiten und persönliche Eindrücke Potenza ist die Hauptstadt der Basilikata – und gleichzeitig die höchstgelegene Regionalhauptstadt Italiens. Mit ihren 819 Metern über dem Meeresspiegel thront sie über Tälern und Bergen, verbunden durch Serpentinen, Brücken und Rolltreppenanlagen. Wer einen Abstecher wagt, merkt schnell: Potenza ist keine Stadt der Postkartenmotive, sondern ein Ort voller Kontraste, der erst auf den zweiten Blick fasziniert. Anreise nach Potenza – wie kommt man hin? Die Lage macht es nicht ganz einfach: Potenza ist von Neapel oder Salerno aus erreichbar, entweder per Zug oder Auto. Zug: Direktverbindung von Salerno, Fahrtzeit rund 2 Stunden, schöne Panoramastrecke. Auto: Mehr Flexibilität, aber kurvige Bergstraßen. Tipp: Wer Matera besucht, kann Potenza gut als Zwischenstopp einbauen. Sehenswürdigkeiten in Potenza Via Pretoria – das Herz der Stadt Die zentrale Fußgängerzone verbindet Kirchen, Cafés und Ges...

Geheimnisse der Basilikata-Küche: Ein kulinarischer Leitfaden durch den Süden Italiens

Geheimnisse der Basilikata-Küche: Ein kulinarischer Leitfaden durch den Süden Italiens Die Basilikata – rau, ursprünglich und oft übersehen – birgt eine der faszinierendsten kulinarischen Landschaften Süditaliens. Eingebettet zwischen den Apenninen und dem Ionischen Meer liegt eine Region, in der Jahrhunderte alte Traditionen, bäuerliche Einfachheit und überraschende Raffinesse miteinander verschmelzen. In Städten wie Matera , Castelmezzano , Montescaglioso , Bernalda , Potenza , Alberobello (grenznah in Apulien) und dem antiken Metaponto erlebt man eine Küche, die mehr ist als nur Nahrung – sie ist Identität, Geschichte und Kultur zugleich. 1. Ursprung und Philosophie der Basilikata-Küche  Die Küche der Basilikata ist arm an Prunk, aber reich an Geschmack. Sie wurzelt in der „cucina povera“ – der armen Küche –, die sich auf einfache, lokale Zutaten stützt. Weniger ist hier tatsächlich mehr. Durch geschickte Verarbeitung, Techniken der Haltbarmachung und das Verwenden jedes n...

Die geheimen Schätze von Montescaglioso: Wenn Tante Lina ihre kulinarischen Geheimnisse preisgibt

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Die geheimen Schätze von Montescaglioso: Wenn Tante Lina ihre kulinarischen Geheimnisse preisgibt Ein kulinarisches Abenteuer zwischen Tradition und Genuss Cari lettori von montescaglioso.online, liebe Leserinnen und Leser! Setzt euch bequem hin, schenkt euch einen guten Wein ein und lasst mich euch eine Geschichte erzählen, die so süß und bitter zugleich ist wie das Leben selbst in unserer geliebten Basilikata. Ein Foto, das alles verändert Es war ein ganz gewöhnlicher Dienstagmorgen, als mein Telefon summte. Wieder einmal hatte meine liebe Tante Lina aus Montescaglioso zugeschlagen – nicht mit einem ihrer berühmten Löffel-Hiebe, mit denen sie früher uns Kinder zur Räson drohte, sondern mit etwas viel Verführerischerem: einem Foto ihrer neuesten kulinarischen Kreation. Diesmal waren es eingelegte Artischocken-Herzen, so perfekt arrangiert auf einem antiken Keramikteller, dass selbst ein Mailänder Food-Blogger vor Neid erblasst wäre. Die goldenen Herzen glänzten im Sonnenlicht ih...