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Basilikata: Die Region, die sich vor ihren Besuchern versteckt

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📖 Lesezeit: ca. 8 Minuten 🏷️ Basilikata, Reisebericht, Matera, Italien Ich blicke auf die Sassi di Matera, helles Licht auf den Höhlenwohnungen Basilikata: Die Region, die sich vor ihren Besuchern versteckt Ich reise seit Jahren immer wieder nach Süditalien – genauer gesagt nach Montescaglioso, einer Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern unweit von Matera in der Basilikata. Die Region liegt mir nicht zufällig am Herzen: Hier liegen die Wurzeln meiner väterlichen Familie, hier hat meine Tante Lina bis heute ihre Orecchiette von Hand geformt. Für viele Reisende endet Italien irgendwo in der Toskana, in Florenz oder an der Amalfiküste bei Neapel . Auch Sizilien und Sardinien sind längst auf jeder Italien-Bucketlist zu finden. Ein Basilikata Urlaub hingegen bleibt auf der touristischen Landkarte erstaunlich blass. Dabei hat diese Region fast alles, was man sich von einem Italien-Urlaub erhofft – nur eines nicht: einen einfachen Weg dorthi...

Montescagliosos traditioneller Kalkofenbau: Eine fast vergessene Handwerkskunst

Montescagliosos traditioneller Kalkofenbau: Eine fast vergessene Handwerkskunst

Der Kalkofenbau ist eine alte Handwerkstechnik, die in Montescaglioso seit der Antike praktiziert wurde, um Kalkmörtel für den Bau von Häusern, Straßen und öffentlichen Gebäuden herzustellen. Diese Technik, die stark von der Verfügbarkeit lokaler Kalksteinvorkommen abhing, ist heute nahezu verschwunden, spielt aber eine wichtige Rolle in der Architekturgeschichte der Stadt.

Die Kalköfen, die früher in den ländlichen Gebieten um Montescaglioso herum verstreut waren, wurden aus Stein gebaut und dienten dazu, den lokal gewonnenen Kalkstein auf Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius zu erhitzen. Dabei wurde der Stein in Calciumoxid (gebrannter Kalk) umgewandelt, das später mit Wasser gemischt und als Mörtel oder Putz verwendet wurde. Dieser Prozess war arbeitsintensiv und erforderte spezielles Wissen über die richtige Temperaturregelung und die Mischung von Materialien.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Technik durch moderne Baustoffe wie Zement ersetzt, und die traditionellen Kalköfen verfielen. Heute gibt es nur noch einige wenige Überreste dieser Strukturen, die als archäologische und kulturelle Relikte betrachtet werden. Lokale Initiativen setzen sich jedoch dafür ein, das Wissen über den Kalkofenbau zu bewahren, da es für die Restaurierung historischer Gebäude von Bedeutung ist. In Montescaglioso existieren noch einige restaurierte Gebäude, die mit dem traditionellen Kalkmörtel gebaut wurden, was die Bedeutung dieser Handwerkskunst für das architektonische Erbe der Region verdeutlicht.



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